Malawi Aquarium kaufen Teil 2 - Becken und Zubehör
Malawi Aquarium kaufen Teil 2 ✓ Optimale Beckengröße & Form ✓ Unterbau selber bauen ✓ Notwendiges Zubehör vs. Geldverschwendung ✓ Spartipps
Als Aquarium Rückwand bietet sich ein Aufbau aus losen (nicht scharfkantigen!) Steinen an, die den Fischen Rückzugsmöglichkeiten bieten. Es gibt auch schöne fertige Rückwände zu kaufen, der preisliche Mehraufwand wird duch die tolle Optik und das praktische Handling auf jeden Fall wettgemacht. Schöne, naturnahe Rückwände und Steinmodule gibt es zum Beispiel bei Back to Nature.
Für ein Malawi Aquarium stehen dir verschiedene Rückwand-Optionen zur Verfügung:
Lose Steinaufbauten: Die natürlichste und flexibelste Lösung. Steine werden frei im Becken aufgeschichtet und können jederzeit umgestaltet werden.
3D-Rückwände aus dem Handel: Fertige Module aus Kunststoff oder Epoxidharz, die einfach eingeklebt werden. Sehen professionell aus und sind sofort einsatzbereit.
Selbstgebaute Rückwände: Mit Portlandzement oder Epoxidharz kannst du individuelle Rückwände nach deinen Vorstellungen gestalten.
Rückwandfolie: Die günstigste Variante. Schwarze oder motivbedruckte Folie wird außen auf die Rückscheibe geklebt.
Lochgestein-Aufbauten: Klassisch, aber NICHT empfohlen! Fische können in den Löchern steckenbleiben und verenden.
Die Wahl hängt ab von: Budget, handwerklichem Geschick, gewünschter Optik und ob du die Einrichtung später ändern möchtest.
Fertige 3D-Rückwände sind bei Malawi-Aquarianern sehr beliebt:
Vorteile:
Nachteile:
Wichtig beim Einkleben:
Empfohlene Hersteller: Back to Nature, Juwel, Aquadecor
Ein naturnaher Steinaufbau ist die klassische Gestaltung für Malawi Aquarien:
Schritt 1: Vorbereitung
Schritt 2: Unterlagen platzieren
Schritt 3: Grundaufbau
Schritt 4: Höhlen gestalten
Schritt 5: Details ergänzen
Schritt 6: Sicherheit prüfen
Profi-Tipp: Fotografiere die Konstruktion von vorne, bevor du Wasser einfüllst. So kannst du später die Position wiederherstellen.
Nicht jeder Stein eignet sich für das Malawi Aquarium:
Empfohlene Steine:
Granit / Gneis: Ideal! Hart, ungiftig, verändert Wasserwerte nicht. An Flüssen kostenlos zu sammeln.
Basalt: Sehr gut geeignet, dunkle Färbung, natürlich aussehend.
Schiefer: Perfekt für Terrassenaufbauten, lässt sich gut schichten.
Lavastein: Porös, bietet Bakterien Siedlungsfläche, aber scharfkantig = abschleifen!
Quarz: Neutral, aber oft zu hell für Malawi Becken.
NICHT geeignet:
Lochgestein (Travertin, Tufffels): Fische bleiben in Löchern stecken! Trotz seiner Beliebtheit ein No-Go für Malawi.
Marmor / Kalkstein: Härten das Wasser zu stark auf, pH-Wert steigt unkontrolliert.
Sandstein: Zu weich, zerfällt mit der Zeit.
Steine mit Metalladern: Kupfer, Eisen und andere Metalle können giftig sein.
Säure-Test durchführen: Träufle etwas Essig auf den Stein. Schäumt er auf? → Enthält Kalk → Nicht verwenden!
Wo bekommst du Steine?
Wenn du mehr Aufwand betreiben willst und handwerkliches Geschick besitzt, kannst du die Rückwand und Steine auch aus Portlandzement (CEM I) selbst herstellen. Dieser Zement gibt keine giftigen Stoffe an das Wasser ab. Die so gefertigten Steine solltest du aber nach dem Trocknen ein paar Tage in Wasser einlegen, da sie anfangs das Wasser stark aufhärten können. Zur Herstellung finden sich detaillierte Anleitungen im Internet.
Mit etwas handwerklichem Geschick kannst du individuelle Rückwände bauen:
Benötigtes Material:
Anleitung:
1. Grundgerüst bauen: Styroporplatten in gewünschte Form schneiden, mit Heißkleber oder Zahnstocher verbinden.
2. Draht anbringen: Maschendraht über das Styropor spannen, festtackern. Das gibt Halt für den Zement.
3. Grundierung: Erste Schicht Fliesenkleber auftragen, Draht komplett bedecken, 24h trocknen.
4. Struktur modellieren: Mischung: 3 Teile Sand, 1 Teil Portlandzement, Wasser bis zähe Konsistenz. Mit Kelle und Händen Felsstrukturen formen, Höhlen freilassen. Natursteine eindrücken für zusätzliche Struktur.
5. Trocknung: Mindestens 7 Tage trocknen lassen, täglich besprühen (verhindert Risse).
6. Wässern: Rückwand 2-3 Wochen in Wasser legen, täglich Wasser wechseln. So wird überschüssiger Kalk ausgewaschen.
7. pH-Test: Wasser-pH messen. Steigt er nicht mehr über 8 → Rückwand ist einsatzbereit.
Wichtig: Nur CEM I verwenden! Andere Zementsorten enthalten Zusätze, die giftig sein können.
Kosten: 20-50 € für Material (deutlich günstiger als Fertigrückwände)
Die wohl aufwändigste Fertigungsmethode für eine Aquarium Rückwand dürfte mittels Epoxidharz sein. Dazu wird die Rückwand zuerst aus großen Styroporteilen geformt und zurechtgeschnitten und anschließend mit ein paar Schichten Epoxidharz überzogen. Abschließend sollte noch etwas Sand drübergestreut werden, da die Rückwand sonst glänzen würde und die Optik im Aquarium stört. Durch den hohen Styroporanteil muß die Rückwand nun ins Becken eingeklebt werden, da sie sonst durch den starken Auftrieb des Styropors aufschwimmen würde. Trotz allem lassen sich damit aber beeindruckende Rückwände gestalten.
Als günstigste Lösung kannst auch auf Steine aus einem nahegelegenen Fluß oder Steinbruch zurückgreifen und eine schwarze Folie auf die Aquarium Rückwand kleben. Die Steine sollten nur keine metallischen Einschlüsse haben, weil diese unter Umständen gefährlich für die Fische wären. Lege die Steine nie ohne Unterlage ins Becken! Durch ein darunterliegendes Sandkorn kann eine ungünstige Punktbelastung entstehen und der Glasboden des Aquariums reißen. Als Untergrund solltest du deshalb dünne Styropor-Stücke legen. Dadurch bleibt das Becken heil.
Je nachdem, welche Barsche du hältst, solltest du die Einrichtung anpassen:
Für Mbunas (Felsenbuntbarsche):
Beispiel-Aufbau: Komplette Rückwand aus Steinen, terrassenförmig gestaffelt, jede zweite “Stufe” mit Höhle.
Für Non-Mbunas (Sandbuntbarsche):
Beispiel-Aufbau: 2-3 Steingruppen mit jeweils 1-2 großen Höhlen, dazwischen weite Sandflächen.
Übergangszone (Mixed):
Goldene Regel: Orientiere dich am natürlichen Lebensraum im Malawisee!
Schwere Steine im Aquarium sind ein Risiko – mit diesen Maßnahmen bleibst du sicher:
Punktbelastungen vermeiden: Ein einzelnes Sandkorn unter einem 20kg-Stein kann ausreichen, um das Glas brechen zu lassen. Die Belastung ist punktuell viel zu hoch.
Lösung: Immer Styropor- oder Filterwatte-Unterlagen verwenden!
Steine nicht stapeln ohne Sicherung: Umfallende Steine können nicht nur das Glas beschädigen, sondern auch Fische erschlagen.
Lösung:
Statik beachten: Bei großen Aufbauten (>100kg Steine) die Tragfähigkeit des Bodens prüfen.
Beim Wasserwechsel aufpassen: Starker Wasserstrahl kann Steine verschieben. Wasser immer sanft einlaufen lassen.
Regelmäßige Kontrolle: Alle 3-6 Monate Steinaufbau auf Stabilität prüfen. Buddelwütige Barsche können Fundamente untergraben!
Versicherung: Bei großen Becken (>500L) eine Aquarienversicherung gegen Glasbruch in Erwägung ziehen.
Auch die Rückwand braucht gelegentlich Pflege:
Algenbeläge:
Mulm in Spalten:
Kalkablagerungen:
Braune Beläge (Kieselalgen):
Bei Neugestaltung:
Profi-Tipp: Eine dünne Algenschicht auf der Rückwand ist sogar vorteilhaft – sie ist Nahrung für aufwuchsfressende Mbunas!
Fehler 1: Zu wenig Höhlen Faustregel: Mindestens so viele Höhlen wie Fische, besser mehr. → Sonst: Ständige Revierkämpfe, gestresste Fische
Fehler 2: Lochgestein verwenden Verlockend schön, aber tödlich! Fische bleiben stecken. → Alternativen: Normale Steine mit natürlichen Spalten
Fehler 3: Keine Unterlagen unter schweren Steinen Das Glas hält viel aus, aber punktuelle Belastungen können es sprengen. → Immer Styropor oder Filterwatte unterlegen!
Fehler 4: Rückwand zu symmetrisch Perfekte Symmetrie sieht künstlich aus. → Natürliche Asymmetrie wirkt authentischer
Fehler 5: Zu wenig Schwimmraum Besonders wichtig für Non-Mbunas! → Regel: Mindestens 1/3 des Beckens frei lassen
Fehler 6: Steine nicht gewaschen Schmutz, Staub oder Chemikalien auf den Steinen belasten das Wasser. → Alle Steine mit heißem Wasser gründlich abspülen
Fehler 7: Zu helle Steine Heller Hintergrund lässt Fische verblassen, sie zeigen nicht ihre volle Farbpracht. → Dunkle Steine (Granit, Basalt) sind ideal
Fehler 8: Sackgassen-Höhlen Höhlen mit nur einem Ausgang = Todesfallen bei Verfolgung. → Jede Höhle braucht mindestens 2 Ausgänge
Fehler 9: 3D-Rückwand mit Hohlräumen Nicht vollflächig verklebte Rückwände werden zum Schmutzfänger. → Beim Einkleben keine Luftblasen einschließen
Fehler 10: Gestaltung passt nicht zu den Fischen Sandbewohner in reinem Felsenbecken oder Mbunas auf leerer Sandfläche. → Einrichtung an die gehaltenen Arten anpassen!
Wie so oft, entscheidet der eigene Geschmack und das Budget über die Einrichtung des Aquariums. Aber ganz egal für welche Rückwandgestaltung du dich entscheidest, es gibt viele tolle Gestaltungsmöglichkeiten und diese müssen nicht teuer sein.
