Warum brauchen Malawi Aquarien besonders starke Filterung?
Malawi Aquarien stellen höhere Anforderungen an die Filterung als viele andere Aquarientypen:
Hohe Besatzdichte:
Malawi Becken werden meist dichter besetzt als andere Aquarien. Mehr Fische = mehr Ausscheidungen = höhere Schadstoffbelastung.
Proteinreiche Ernährung:
Besonders Non-Mbunas fressen proteinreich, was zu stärkerer Ammoniakproduktion führt.
Alkalisches Wasser:
Bei hohem pH-Wert (7,5-8,5) ist Ammoniak giftiger als in saurem Wasser. Effiziente Filterung ist daher lebensnotwendig.
Wenig Pflanzen:
Anders als in Pflanzenaquarien übernehmen hier keine Wasserpflanzen die Nitratabsorption. Der Filter muss alles leisten.
Territoriales Verhalten:
Stress durch Revierkämpfe schwächt das Immunsystem. Perfekte Wasserqualität ist daher noch wichtiger.
Faustregel für Malawi: Filtere das 4-6fache Beckenvolumen pro Stunde. Bei 500L Aquarium = 2000-3000 L/h Filterleistung.
Eine gute und starke Filterung ist in einem Malawi Aquarium besonders wichtig um dem Wasser Sauerstoff zuzuführen und das Wasser mechanisch sowie biologisch zu säubern. Hier sollten ein oder mehrere qualitativ hochwertiger Filter zum Einsatz kommen, um die Schadstoffe aus dem Wasser zu filtern.
Ob Innen- oder Außenfilter ist dabei nicht so wichtig, solange der Filter ausreichend groß dimensioniert ist. Der Filter sollte alle ein bis zwei Monate gereinigt werden, damit der Filter seine Leistungsfähigkeit behält. Dabei sollte nicht der gesamte Filter auf einmal vollständig gereinigt werden, sondern jeweils nur eine Filterkammer. So bleiben ausreichend wichtige Bakterien im Filtersystem.
Die verschiedenen Filtertypen im Detail
Außenfilter (EMPFOHLEN für Malawi)
Vorteile:
- Großes Filtervolumen = viel Platz für Bakterien
- Nimmt keinen Platz im Becken weg
- Leiser als Innenfilter
- Verschiedene Filtermaterialien kombinierbar
- Einfache Wartung ohne ins Becken zu greifen
Nachteile:
- Teurer in der Anschaffung (80-300 €)
- Benötigt Platz im Unterschrank
- Bei Undichtigkeit kann Wasser austreten
Geeignete Modelle:
- Eheim professionel 3/4 Serie
- JBL CristalProfi e-Serie
- Fluval 07-Serie (07, 207, 307, 407)
- Oase BioMaster Thermo
Dimensionierung:
- 300L Becken: Außenfilter mit 1200-1800 L/h
- 500L Becken: Außenfilter mit 2000-3000 L/h (evtl. 2 Filter)
- 800L+ Becken: 2-3 Außenfilter kombinieren
Innenfilter
Vorteile:
- Günstiger (20-80 €)
- Einfache Installation
- Gut für kleinere Becken (<300L)
Nachteile:
- Nimmt Platz im Becken weg
- Kleines Filtervolumen = häufigere Reinigung
- Optisch störend
- Meist laut (Motorgeräusche im Wasser)
Für Malawi: Nur als Ergänzung oder für kleine Becken geeignet.
Hamburger Mattenfilter (HMF)
Das Prinzip:
Eine große Schaumstoffmatte (meist 5-10cm dick) wird diagonal oder vertikal ins Becken gestellt. Dahinter saugt eine Pumpe Wasser durch den Schaumstoff.
Vorteile:
- Riesige Filterfläche = enorme biologische Filterleistung
- Extrem wartungsarm (Reinigung nur alle 6-12 Monate)
- Sehr günstig (30-60 € Marke Eigenbau)
- Nahezu unkaputtbar
- Perfekt für Jungfischaufzucht (Fische werden nicht eingesaugt)
Nachteile:
- Nimmt viel Platz im Becken weg (10-15% des Volumens)
- Optisch nicht jedermanns Sache
- Nur mechanisch-biologische Filterung (keine Aktivkohle etc.)
- Umbau später schwierig
Für Malawi: Ideal für Becken ab 400L, besonders in Kombination mit Rückwand
Filterbecken / Sump
Das Prinzip:
Ein separates Becken (meist im Unterschrank) dient als Filter. Wasser läuft per Überlauf oder Pumpe hinein, wird gefiltert, zurückgepumpt.
Vorteile:
- Riesiges Filtervolumen möglich
- Technisches Equipment (Heizer, CO2 etc.) versteckbar
- Erhöht Gesamtwasservolumen
- Individuell gestaltbar
- Professionellste Lösung
Nachteile:
- Aufwendige Installation (Bohrung oder Überlaufkamm)
- Teuer (150-500 € + Becken)
- Komplexe Planung nötig
- Mehr Wartung (Verdunstung ausgleichen)
Dimensionierung: 10-20% des Hauptbeckenvolumens
- 500L Becken = 50-100L Filterbecken
- 1000L Becken = 100-200L Filterbecken
Für Malawi: Top-Lösung für große Becken (>600L) und Profis
Rieselfilter
Nur für sehr große Anlagen (1000L+):
- Wasser rieselt über Filtermaterial
- Extreme biologische Leistung durch Luftkontakt
- Sehr hoher Sauerstoffeintrag
- Komplex, teuer, wartungsintensiv
Für normale Malawi-Becken: Überdimensioniert
Fortgeschrittene Filterlösungen
Viele schwören auf HMF (Hamburger Mattenfilter) die sehr wartungsfreundlich sind und jahrelang gute Dienste verrichten können. Dabei wird zum Teil die gesamte Aquarien Rückseite hinter der Rückwand genutzt. So entsteht ein Filter mit enormer Filterfläche und einer guten Filterleistung.
Auch ein eigenes Filterbecken wird gerne eingesetzt. Dabei sollte das Filterbecken ein Volumen aufweisen, das in etwa 10% des zu filternen Beckens entspricht. Aber auch hier gilt, je größer das Filterbecken, desto besser.
Filtermaterialien: Was kommt rein?
Ein guter Filter nutzt verschiedene Filtermaterialien in richtiger Reihenfolge:
Reihenfolge (wichtig!):
- Vorfilter (grob) → 2. Mechanischer Filter (fein) → 3. Biologischer Filter → 4. Spezialfilter (optional)
1. Mechanische Filterung (Grob)
Filtervlies / Filterwatte:
- Entfernt groben Schmutz, Futterreste, Kot
- Muss regelmäßig ausgetauscht werden (alle 2-4 Wochen)
- Günstig, in jedem Aquaristikshop erhältlich
Filterschwämme (grob):
- 30-45 PPI (Poren per Inch)
- Wäscht sich aus, wiederverwendbar
- Hält ewig (2-3 Jahre)
Für Malawi: Beides verwenden! Vlies für Feinpartikel, Schwamm als grober Vorfilter
2. Mechanische Filterung (Fein)
Filterschwämme (fein):
- 60 PPI
- Entfernt kleine Schwebstoffe
- Wichtig für kristallklares Wasser
Filterwatte (blau/weiß):
- Extrem fein
- Poliert das Wasser
- Nur kurzzeitig einsetzen (verstopft schnell)
3. Biologische Filterung (WICHTIGSTE STUFE!)
Hier leben die nützlichen Bakterien, die Ammoniak → Nitrit → Nitrat abbauen.
Keramik-Filtermedien:
- JBL MicroMec, Eheim Substrat pro, Sera Siporax
- Poröse Struktur = riesige Oberfläche
- Teuer (30-80 € pro Liter), aber hält 5-10 Jahre
- Empfehlung: Bestes Material für Malawi!
Sinterglas-Filtermedien:
- Sera Siporax, JBL MicroMec
- Noch größere Oberfläche als Keramik
- Top-Qualität, teurer
Lava-Gestein:
- Günstige Alternative
- Gut besiedlbar
- Natürlich, bewährt
Filtermatten (fein):
- Bieten ebenfalls Siedlungsfläche
- Kombinierbar mit mechanischer Filterung
Was NICHT verwenden:
- Zu viel Keramik auf einmal (Bakterien brauchen Zeit zum Besiedeln)
- Alte, abgenutzte Schwämme (Leistung lässt nach)
Faustregel: 1 Liter biologisches Filtermedium pro 100 Liter Beckenwasser
4. Chemische Filterung (Optional)
Aktivkohle:
- Entfernt Medikamentenreste, Gelbstoffe, Gerüche
- Nur temporär einsetzen (max. 2-4 Wochen)
- Danach entfernen (sonst Rückgabe der Schadstoffe)
Wann verwenden?
- Nach Medikamentenbehandlung
- Bei gelblichem Wasser
- Bei Geruchsproblemen
Wann NICHT verwenden?
- Dauerhaft (unnötig, teuer)
- Während Medikamentenbehandlung (filtert Medikamente raus!)
Zeolith / Ionentauscher:
- Bindet Ammonium
- Nur im Notfall bei Nitritpeak
- Nicht dauerhaft verwenden
Aufbau im Filter (von unten nach oben):
- Unterste Kammer: Grober Filterschwamm (30 PPI)
- 2. Kammer: Filtervlies oder feiner Schwamm
- 3. Kammer: Biologisches Filtermedium (Keramik, Siporax)
- 4. Kammer: Weitere Bio-Medien
- Oberste Kammer: Filterwatte (fein) für Klarheit
Profi-Tipp: Die meisten Außenfilter haben zu wenig Bio-Medien ab Werk. Entferne unnötiges Zubehör und fülle den Filter hauptsächlich mit Keramik!
Richtige Filterdimensionierung
Grundregel für Malawi:
Filtere das 4-6-fache Beckenvolumen pro Stunde.
Berechnungsbeispiele:
300L Aquarium:
- Mindestens: 1200 L/h
- Besser: 1500-1800 L/h
- Filter: 1x Eheim professionel 3e 450 (1050 L/h) + 1x Innenfilter 500 L/h
- Oder: 1x JBL CristalProfi e1502 (1400 L/h)
500L Aquarium:
- Mindestens: 2000 L/h
- Besser: 2500-3000 L/h
- Filter: 2x Eheim professionel 3 (je 1050 L/h) = 2100 L/h
- Oder: 1x Fluval FX4 (2650 L/h)
800L Aquarium:
- Mindestens: 3200 L/h
- Besser: 4000-5000 L/h
- Filter: 2x Fluval 407 (je 1450 L/h) + 1x Eheim (1050 L/h) = 3950 L/h
- Oder: 1x Sump mit starker Pumpe
Wichtig:
- Herstellerangaben sind Maximalwerte (ohne Schläuche, Höhe etc.)
- Reale Filterleistung liegt 20-30% niedriger
- Lieber überdimensionieren als unterdimensionieren!
Besser 2 kleinere Filter als 1 großer?
JA! Vorteile:
- Ausfall-Sicherheit (ein Filter als Backup)
- Reinigung abwechselnd möglich (Bakterienkultur bleibt erhalten)
- Strömung besser verteilbar
Kann man zu stark filtern?
Kaum! Zu starke Strömung kann zum Problem werden, aber biologisch ist mehr immer besser.
Der Stickstoffkreislauf: So funktioniert biologische Filterung
Das Problem:
Fische produzieren Ammoniak (NH₃) durch Atmung und Ausscheidung → Hochgiftig!
Die Lösung: Bakterien!
Stufe 1: Nitrosomonas-Bakterien
Wandeln Ammoniak (NH₃) → Nitrit (NO₂)
Nitrit ist ebenfalls giftig!
Stufe 2: Nitrobacter-Bakterien
Wandeln Nitrit (NO₂) → Nitrat (NO₃)
Nitrat ist weitgehend ungiftig (erst ab 100mg/L bedenklich)
Schematisch:
Futter → Fische → Ammoniak (NH₃) [GIFTIG!]
↓ (Nitrosomonas)
Nitrit (NO₂) [GIFTIG!]
↓ (Nitrobacter)
Nitrat (NO₃) [ungiftig]
↓ (Wasserwechsel)
Entfernung aus dem System
Warum ist die Einfahrphase wichtig?
Diese Bakterien müssen sich erst ansiedeln! Das dauert 4-6 Wochen. Setzt du zu früh Fische ein, kommt es zum gefürchteten Nitritpeak (Massenvergiftung).
Symptome Nitritvergiftung:
- Fische schnappen nach Luft an der Oberfläche
- Kiemen dunkelrot bis braun
- Apathisches Verhalten
- Todesfälle
Optimale Bedingungen für Bakterien:
- Temperatur: 24-28°C ✓ (Malawi-Bereich)
- pH: 7,5-8,5 ✓ (Malawi-Bereich)
- Sauerstoff: Viel ✓ (durch Filter)
- Oberfläche: Möglichst groß (Keramik!)
Malawi-Vorteil: Die Wasserwerte sind perfekt für Filterbakterien!
Einfahrphase: Das Aquarium richtig vorbereiten
Warum Einfahren?
Filterbakterien brauchen 4-6 Wochen, um sich in ausreichender Menge anzusiedeln.
Schritt-für-Schritt Anleitung:
Woche 1:
- Aquarium komplett einrichten (Wasser, Steine, Filter)
- Filter laufen lassen (24/7)
- Beleuchtung 8 Stunden täglich
- Keine Fische!
- Optional: Bakterienstarter zugeben (z.B. Tetra SafeStart, JBL Denitrol)
Woche 2:
- Täglich Ammoniak messen (sollte ansteigen, dann wieder sinken)
- Bei Ammoniak-Anstieg: Bakterien beginnen zu arbeiten ✓
- Weiter warten, keine Fische!
Woche 3-4:
- Täglich Nitrit messen
- Nitrit steigt an (Nitritpeak!) = normal
- Dann sinkt Nitrit wieder
- Nitrat sollte langsam ansteigen
Woche 4-6:
- Nitrit sollte dauerhaft bei 0 mg/L liegen
- Ammoniak bei 0 mg/L
- Nitrat bei 5-20 mg/L
Bereit für Fische wenn:
- Ammoniak: 0 mg/L
- Nitrit: 0 mg/L (wichtigste Voraussetzung!)
- Nitrat: <50 mg/L
- pH-Wert: 7,5-8,5
- Temperatur: stabil 24-26°C
Erste Fische einsetzen:
- Nur wenige, robuste Fische (z.B. 5-6 Labidochromis caeruleus)
- 2 Wochen beobachten
- Dann langsam aufstocken (alle 1-2 Wochen ein paar neue Fische)
Fehler vermeiden:
- Nicht zu früh besetzen! (Nitritpeak = Massensterben)
- Nicht sofort voll besetzen (Bakterien können nicht mithalten)
- Nicht Filter reinigen während Einfahrphase (Bakterien werden entfernt)
Einfahrphase verkürzen:
- Filtermaterial aus eingefahrenem Becken übernehmen
- Bakterienstarter-Produkte verwenden
- Lebende Steine (aus anderem Becken) einbringen
Filterreinigung: Wann und wie?
Wie oft reinigen?
- Außenfilter: Alle 6-12 Wochen (je nach Besatz)
- Innenfilter: Alle 3-4 Wochen
- HMF: Alle 6-12 Monate
Woran erkenne ich, dass Reinigung nötig ist?
- Durchfluss deutlich reduziert
- Filter wird laut (Luft angesaugt)
- Wasserqualität verschlechtert sich trotz Wasserwechsel
- Sichtbarer Schmutz
Die goldene Regel:
NIEMALS den gesamten Filter auf einmal vollständig reinigen!
→ Zerstört Bakterienkultur = Nitritpeak!
Richtige Vorgehensweise:
Schritt 1: Vorbereitung
- Eimer mit altem Aquarienwasser füllen (10-15L)
- Filter ausschalten
- Schläuche abklemmen oder Absperrhähne schließen
Schritt 2: Filter öffnen
- Filter aus Unterschrank nehmen
- Über Eimer oder Badewanne öffnen (Restwasser!)
- Filtermaterialien nacheinander rausnehmen
Schritt 3: Mechanische Filtermedien reinigen
- Filterschwämme: Im Aquarienwasser ausdrücken (3-4x), bis Wasser weniger trüb
- Filtervlies: Wegwerfen, durch neues ersetzen
- Grober Vorfilter: Gründlich im Aquarienwasser spülen
Schritt 4: Biologische Medien NUR leicht spülen
- Keramik/Siporax: Nur kurz im Aquarienwasser schwenken
- NICHT unter Leitungswasser! (Chlor tötet Bakterien)
- NICHT schrubben oder stark ausdrücken!
- Etwas Schmutz darf ruhig dranbleiben (Bakterien leben davon)
Schritt 5: Filtergehäuse säubern
- Mit klarem Wasser ausspülen
- Rotor/Impeller reinigen (Kalk, Algen entfernen)
- Dichtungen prüfen, evtl. einfetten
Schritt 6: Wieder zusammenbauen
- Medien in richtiger Reihenfolge zurück
- Filter schließen, Schläuche anschließen
- Entlüften (Pumpe kurz an/aus bis Wasser fließt)
- Einschalten, auf Undichtigkeiten prüfen
Profi-Tipp: Etappenreinigung
Bei 2 Filtern:
- Monat 1: Filter 1 reinigen
- Monat 2: Filter 2 reinigen
→ Immer ein Filter mit voller Bakterienkultur aktiv!
Was NIEMALS tun:
- Filter unter Leitungswasser komplett auswaschen (Bakterien sterben)
- Alle Medien gleichzeitig erneuern (Bakterienkultur weg)
- Zu oft reinigen (Bakterien kommen nicht zur Ruhe)
Wasserwechsel
Ein mal wöchentlich sollte ein Wasserwechsel durchgeführt werden. Die Menge des zu wechselnden Wassers sollte um die 30%, besser noch um die 50% betragen, um die Ausscheidungsprodukte der Fische zu verdünnen. Wird längere Zeit kein Wasserwechsel durchgeführt, kann das zur Anhäufung von schädlichen Gasen wie Kohlendioxid und Ammoniak führen und der Sauerstoffgehalt verringert werden.
Wasserwechsel: Schritt-für-Schritt Anleitung
Wie oft?
Wöchentlich 30-50% – das ist die Faustregel für Malawi!
Warum so viel?
- Entfernt Nitrat (kann nicht biologisch abgebaut werden)
- Verdünnt Hormone und Abfallstoffe
- Frischt Mineralien auf
- Senkt Krankheitsrisiko
Schritt 1: Vorbereitung
- Neues Wasser in Eimern/Kanistern bereitstellen
- Auf Temperatur bringen (24-26°C) – wichtig!
- Bei Bedarf: Wasseraufhärter zugeben (wenn Leitungswasser zu weich)
Schritt 2: Altes Wasser absaugen
- Mulmglocke/Mulmsauger verwenden
- Systematisch über den Boden gehen
- Besonders unter Steinen und in Ecken saugen
- Schmutz wird mitgesaugt, Sand bleibt liegen
- 30-50% des Wasservolumens absaugen
300L Becken: 90-150L absaugen
500L Becken: 150-250L absaugen
800L Becken: 240-400L absaugen
Schritt 3: Scheiben reinigen
- Mit Filterwatte oder speziellem Scheibenreiniger
- Algenbelag entfernen
- Nie Magnetreiniger verwenden! (Kratzer-Gefahr)
Schritt 4: Neues Wasser einfüllen
- Niemals direkt aus dem Schlauch! (Temperaturschwankungen!)
- Mit Eimer langsam einfüllen
- Oder: Schlauch mit reduziertem Druck
- Teller auf Sand legen, Wasser auf Teller laufen lassen
Schritt 5: Kontrolle
- Temperatur prüfen (sollte nur 1-2°C abweichen)
- pH-Wert messen
- Filter läuft?
- Heizer funktioniert?
- Fische beobachten (Verhaltensauffälligkeiten?)
Zeitersparnis mit Osmose/Schlauch:
- Ablaufschlauch direkt in Abfluss
- Frischwasser über Schlauch mit Durchlauferhitzer
- Spart Schlepperei!
- Wichtig: Temperatur dabei konstant halten
Profi-Setup:
- Wasseranschluss im Unterschrank
- Automatischer Wasserwechsler (z.B. AquaMedic)
- Teuer, aber extrem komfortabel
Strömung und Sauerstoff
Warum ist Strömung wichtig?
- Verteilt Sauerstoff im ganzen Becken
- Verhindert “tote Zonen” (ohne Wasserbewegung)
- Simuliert natürliche Verhältnisse (Malawisee hat Wellengang)
- Fördert Aktivität der Fische
Wie viel Strömung?
Faustregel: 5-10x Beckenvolumen pro Stunde
- 500L Becken = 2500-5000 L/h Umwälzung
- Kombiniert aus Filter + Strömungspumpen
Strömungspumpen zusätzlich zum Filter:
Vorteile:
- Mehr Sauerstoff
- Bessere Wasserverteilung
- Fische werden aktiver, zeigen natürliches Verhalten
- Wirkt Algen entgegen
Empfohlene Modelle:
- Tunze Turbelle nanostream
- Eheim StreamON
- Hydor Koralia
Positionierung:
- Quer zur Hauptströmung des Filters
- Ca. 1/3 Höhe von oben
- Gegen Frontscheibe gerichtet = Rundströmung
- Nicht direkt auf Verstecke richten
Wie viel Sauerstoff ist nötig?
- Minimum: 6 mg/L
- Optimal: 7-8 mg/L
- Malawi Barsche brauchen viel O₂!
Sauerstoff erhöhen:
- Stärkere Filterung
- Strömungspumpen
- Oberflächenbewegung (Filterauslass über Wasser)
- Ausströmer (sparsam einsetzen, verändert pH)
- Weniger Besatz
- Niedrigere Temperatur (kälteres Wasser bindet mehr O₂)
Anzeichen für Sauerstoffmangel:
- Fische hängen an der Oberfläche, schnappen nach Luft
- Kiemen schnell bewegend
- Apathie
- Fische sammeln sich am Filterauslass
Sofortmaßnahme:
- Teilwasserwechsel (30%)
- Strömung/Filter erhöhen
- Temperatur senken (wenn möglich)
- Besatz reduzieren
Wasserwerte testen und interpretieren
Welche Werte solltest du regelmäßig testen?
Wöchentlich:
- Nitrit (NO₂) – wichtigster Wert!
- Nitrat (NO₃)
Alle 2-4 Wochen:
- pH-Wert
- GH (Gesamthärte)
- KH (Karbonathärte)
Bei Problemen zusätzlich:
- Ammoniak (NH₃/NH₄)
- Phosphat
- Sauerstoff
Idealwerte für Malawi:
| Parameter | Idealbereich | Toleranzbereich | Kritisch |
|---|
| pH-Wert | 7,8-8,5 | 7,5-8,8 | <7,5 / >9,0 |
| GH | 8-12 °dH | 6-15 °dH | <5 / >20 |
| KH | 6-10 °dH | 5-12 °dH | <4 / >15 |
| Nitrit | 0 mg/L | 0-0,2 mg/L | >0,5 mg/L |
| Nitrat | 10-25 mg/L | <50 mg/L | >100 mg/L |
| Ammoniak | 0 mg/L | 0-0,1 mg/L | >0,2 mg/L |
| Temperatur | 24-26°C | 23-28°C | <22 / >30 |
Testmethoden:
Tröpfchentests (z.B. JBL, Sera):
- Genauer
- Teurer (30-60 € pro Set)
- Etwas aufwendiger
- Empfohlen für regelmäßige Kontrolle
Teststreifen (z.B. Tetra 6in1):
- Schnell
- Günstiger (10-20 € pro Dose)
- Ungenauer
- OK für grobe Kontrolle
Digitale Messgeräte:
- Sehr genau
- Teuer (50-300 € je nach Parameter)
- Kalibrierung nötig
- Für Profis
Wie oft testen?
- Einfahrphase: Täglich (Ammoniak, Nitrit)
- Erste 6 Monate: Wöchentlich
- Eingespieltes Becken: Alle 2-4 Wochen
- Bei Problemen: Täglich
Interpretation der Werte:
Nitrit erhöht (>0,2 mg/L):
→ Filter überlastet, zu viele Fische, zu viel Futter
→ Sofortiger 50% Wasserwechsel, weniger füttern
Nitrat hoch (>50 mg/L):
→ Zu seltener Wasserwechsel
→ Mehr/größere Wasserwechsel
pH zu niedrig (<7,5):
→ KH zu niedrig, Säuresturz-Gefahr!
→ Wasseraufhärter zugeben, häufiger Wasser wechseln
pH zu hoch (>8,8):
→ Zu viel Kalk/Korallenbruch im Becken
→ Steine prüfen, evtl. entfernen
Ammoniak nachweisbar:
→ Extremer Notfall! Filter arbeitet nicht!
→ 80% Wasserwechsel, Ursache suchen (Filter defekt?)
Häufige Probleme und Lösungen
Problem 1: Trübes, milchiges Wasser
Ursachen:
- Bakterienblüte (normal in Einfahrphase)
- Filter zu schwach
- Überfütterung
Lösung:
- Abwarten (klärt sich nach 2-7 Tagen)
- Weniger füttern
- Filter verstärken
- UV-Klärer einsetzen (nur temporär)
Problem 2: Grünes Wasser (Schwebealgen)
Ursachen:
- Zu viel Licht
- Zu viele Nährstoffe (Nitrat, Phosphat)
- Zu wenig Wasserwechsel
Lösung:
- Beleuchtungsdauer reduzieren (8-10h)
- Größere Wasserwechsel (50%)
- UV-Klärer einsetzen
- Weniger füttern
Problem 3: Filter verliert an Leistung
Ursachen:
- Verschmutzte Filtermedien
- Luft im Schlauch
- Defekter Rotor
Lösung:
- Filter reinigen
- Entlüften
- Rotor prüfen/austauschen
Problem 4: Filter wird laut
Ursachen:
- Luft im System
- Verschmutzter Rotor
- Abgenutztes Lager
Lösung:
- Entlüften
- Rotor reinigen
- Rotor/Lager austauschen
Problem 5: Nitritwerte steigen plötzlich
Ursachen:
- Filter gereinigt und Bakterien entfernt
- Zu viele neue Fische auf einmal
- Medikamentenbehandlung (tötet Bakterien)
- Überfütterung
Lösung:
- Sofort 50% Wasserwechsel
- Nicht füttern für 2-3 Tage
- Täglich Werte kontrollieren
- Bakterienstarter zugeben
Problem 6: Wasser stinkt
Ursachen:
- Faulende Futterreste
- Toter Fisch im Becken
- Faulstellen im Sand
Lösung:
- Sofort gründlich absaugen
- Tote Fische suchen und entfernen
- Sand durchpflügen
- 50% Wasserwechsel
Problem 7: pH-Wert sinkt ständig
Ursachen:
- KH zu niedrig (unter 4)
- Zu viel CO₂
- Zu selten Wasserwechsel
Lösung:
- Häufiger Wasser wechseln
- Wasseraufhärter verwenden
- Belüftung verstärken (CO₂ austragen)
Empfehlenswerte Aquarienfilter
Die Filter von Eheim sind für ihre Qualität bekannt und sind immer eine gute Wahl. Auch von den Fluval Filtern hört man viel Gutes. Persönlich habe ich bisher auf JBL Filter gesetzt, die sind günstiger und bieten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.