Malawi Aquarium kaufen Teil 2 - Becken und Zubehör
Malawi Aquarium kaufen Teil 2 ✓ Optimale Beckengröße & Form ✓ Unterbau selber bauen ✓ Notwendiges Zubehör vs. Geldverschwendung ✓ Spartipps
Wie sieht der Untergrund im Malawisee aus?
Felszone (Mbuna-Habitat):
Sandzone (Non-Mbuna-Habitat):
Übergangszone:
Wichtig für die Aquaristik: Der Malawisee hat überwiegend hellen bis mittelbeigen Sand. Trotzdem empfehlen Aquarianer meist dunkleren Sand – warum? Heller Sand reflektiert das Licht zu stark, wodurch Fische ihre Farbintensität reduzieren (Anpassungsmechanismus). Für maximale Farbpracht ist daher beiger bis grauer Sand optimal.
Für alle Malawi Buntbarsch Arten eignet sich als Bodengrund feiner Sand mit einer Körnung von 0,2-2mm. Beiger Filtersand oder Flußsand, den es in nahezu allen Baumärkten zu kaufen gibt und eine Körnung von 0,4-0,8mm aufweist, eignet sich dafür sehr gut. Für Barsch Arten die den Untergrund aussieben oder Sandburgen bauen, bietet dieser Sand die optimalen Bedingungen.
Die ewige Diskussion – hier die Fakten:
Sand (0,2-2mm) – EMPFOHLEN
Vorteile:
Nachteile:
Kies (2-8mm) – NICHT empfohlen
Vorteile:
Nachteile:
Aquarienkies (farbig, bunt)? Absolutes NO-GO! Pink, Blau, Neongrün – gehört nicht ins artgerechte Aquarium.
Klare Empfehlung: Feiner Sand mit 0,4-0,8mm Körnung ist die beste Wahl für Malawi Aquarien.
Quarzsand / Filtersand (EMPFEHLUNG)
Spielsand
Aquariensand (Fachhandel)
Flusssand
Korallenbruchsand / Aragonitsand
Pool-Filtersand / AFM-Glas
Schwarzer Sand (Vulkansand, Basaltsand)
Zusammenfassung: Baumarkt-Filtersand 0,4-0,8mm beige/grau ist die beste Wahl – günstig, natürlich, praktisch!
Empfohlene Bodengrundhöhe:
Berechnungsformel:
Benötigte Sandmenge (kg) = Länge (cm) × Breite (cm) × Höhe (cm) ÷ 1000 × 1,6
Beispielrechnungen:
300L Aquarium (120×50 cm, 5cm Sandhöhe): 120 × 50 × 5 ÷ 1000 × 1,6 = 48 kg Sand → 2 Säcke à 25kg
500L Aquarium (150×60 cm, 6cm Sandhöhe): 150 × 60 × 6 ÷ 1000 × 1,6 = 86 kg Sand → 4 Säcke à 25kg
800L Aquarium (200×70 cm, 7cm Sandhöhe): 200 × 70 × 7 ÷ 1000 × 1,6 = 157 kg Sand → 7 Säcke à 25kg
Profi-Tipp: Lieber etwas mehr kaufen (+ 10-20%) für späteres Auffüllen, falls Sand abgesaugt wird oder Fische zu stark buddeln.
Zu viel Sand?
Zu wenig Sand?
Zu feiner Sand (0,1-0,3mm) wirbelt schnell durch die Strömungspumpe oder herumjagende Fische auf, wodurch ein Teil im Filter landen kann und die Filterfunktion in Mitleidenschaft gezogen wird. Außerdem kann zu feiner Sand mit der Zeit faulen, was an unschönen schwarzen Flecken zu erkennen ist. Feiner Sand kann auch stellenweise hart werden und verklumpen.
Durch zu hellen Sand können sich die Fische scheu verhalten und ihre volle Farbpracht nicht entwickeln. Ist die Beleuchtung sehr hell, neigt heller Sand auch zum Veralgen. Beiger oder grauer Sand ist daher für ein Malawi Aquarium sehr gut geeignet.
Frischer Sand aus dem Baumarkt ist IMMER schmutzig – gründliches Waschen ist Pflicht!
Methode 1 – Eimer-Methode (für kleinere Mengen <50kg):
Portionsweise waschen:
Testen:
Methode 2 – Badewannen-Methode (für große Mengen >50kg):
Methode 3 – Garten-Methode (einfachste Variante):
Methode 4 – Betonmischer-Methode (für SEHR große Mengen):
Wie lange dauert das Waschen?
Kann man sich das Waschen sparen? JA, aber: Dann hast du tagelang milchig-trübes Wasser im Aquarium. Nicht empfehlenswert!
Profi-Tipp: Sand im Sommer waschen – angenehmer und trocknet schneller.
Schritt-für-Schritt Anleitung:
Schritt 1: Aquarium vorbereiten
Schritt 2: Sand einfüllen
Schritt 3: Gestalten
Schritt 4: Steine platzieren
Schritt 5: Wasser einfüllen – VORSICHT!
Schritt 6: Nacharbeit
Bei bestehendem Aquarium Sand wechseln:
Profi-Tipp: Mit einer Wasserwaage die Höhe des Sands prüfen – gleichmäßige Neigung von vorne nach hinten sieht am besten aus.
Regelmäßige Pflege (alle 1-2 Wochen):
Mulm absaugen:
Sand “durchlüften”:
Oder: Buddel-Fische einsetzen:
Häufige Probleme:
Problem 1: Schwarze Flecken im Sand → Faulstellen durch fehlenden Sauerstoff → Lösung: Betroffene Stelle großflächig entfernen, Sand durchpflügen, weniger füttern
Problem 2: Sand wird steinhart → Verdichtung + bakterielle Verklebung → Lösung: Komplett auflockern mit Harke/Stab, evtl. teilweise erneuern
Problem 3: Grüner Sand (Algenbelag) → Zu viel Licht, zu viele Nährstoffe → Lösung: Beleuchtung reduzieren, absaugen, Wasserwechsel erhöhen
Problem 4: Sand wird ins Becken gebuddelt → Normal bei grabwütigen Barschen → Lösung: Regelmäßig wieder gleichmäßig verteilen
Problem 5: Filter saugt Sand an → Ansaugöffnung zu nah am Boden oder Strömung zu stark → Lösung: Ansaugstutzen höher positionieren oder Gitterkorb anbringen
Wann muss Sand komplett gewechselt werden?
Profi-Tipp: Ein flacher Rasierpinsel (sauber, nur für Aquarium!) eignet sich perfekt, um Mulm von Steinen und Dekoration in den Sand zu fegen, wo er dann leicht abgesaugt werden kann.
Werden ausschliesslich Felsenbuntbarsche gehalten, können auch Schieferplatten als Bodengrund verwendet werden, da Felsenbuntbarsche nicht zwingend Sand als Untergrund benötigen. Unter die Schieferplatten solltest du noch dünne Styropor- oder Styrodur Platten legen. Denn es können sonst unter den Schieferplatten hohe punktuelle Belastungen durch kleine Steinchen/Sandkörner auftreten, die zum Glasbruch führen.
Bare Bottom (Ohne Bodengrund):
Manche Aquarianer verzichten komplett auf Bodengrund:
Vorteile:
Nachteile:
Nur geeignet für: Aufzuchtbecken, Quarantäne, Zucht unter Laborbedingungen
Für dauerhafte Haltung: NICHT empfohlen!
Schieferplatten als Bodengrund:
Alternative speziell für reine Mbuna-Becken:
Vorteile:
Nachteile:
Richtige Anwendung:
Kombinationsmöglichkeit:
Für wen geeignet?
Schwarzer Sand:
Manche Aquarianer schwören auf schwarzen Bodengrund:
Vorteile:
Nachteile:
Wann sinnvoll?
Weißer Sand (Korallenbruch, Aragonit):
Wann verwenden?
Nachteile:
Alternative: Lieber normaler Sand + Zugabe von Mineralien über Wasseraufhärtesalze
Spezialsande (JBL Sansibar, Dennerle, etc.):
Sind sie ihr Geld wert? Meist NEIN! Diese Sande kosten 3-5x mehr als Baumarkt-Sand, bieten aber kaum Vorteile für Malawi-Becken.
Ausnahmen:
Aktiv-Substrate (ADA, Soil, etc.):
NICHT für Malawi geeignet!
Nur für: Südamerika-Biotope, Garnelen, Pflanzenaquarien
Fehler 1: Zu feiner Sand (unter 0,3mm) → Wirbelt auf, fault, verklumpt → Lösung: 0,4-0,8mm verwenden
Fehler 2: Kies statt Sand → Fische können natürliches Verhalten nicht ausleben → Futterreste sammeln sich zwischen Steinen → Lösung: Umsteigen auf Sand
Fehler 3: Bunter, gefärbter Aquarienkies → Sieht künstlich aus, nicht artgerecht → Farbe kann mit der Zeit ausbleichen oder abfärben → Lösung: Natürlicher, beiger/grauer Sand
Fehler 4: Zu wenig Sand eingekauft → Nach dem Waschen bleibt nur 80% übrig → Dünne Schicht im Becken → Lösung: Lieber 20% mehr kaufen
Fehler 5: Sand nicht gewaschen → Wochenlang trübes Wasser → Filter verstopft → Lösung: Immer gründlich waschen!
Fehler 6: Zu heller/weißer Sand → Fische zeigen blasse Farben → Starke Algenbildung → Lösung: Beige bis grauer Sand
Fehler 7: Zu hohe Sandschicht (>10cm) → Faulstellen, schwarze Flecken → Sauerstoffmangel im Substrat → Lösung: Maximal 8cm, regelmäßig durchpflügen
Fehler 8: Keine Unterlage unter schweren Steinen → Sand bietet keinen Schutz gegen punktuelle Belastung → Glasbruch-Gefahr → Lösung: Immer Styropor unter große Steine
Fehler 9: Spezielle “pH-senkende” Substrate → Malawi braucht hohen pH! → Lösung: Neutrale Sande verwenden
Fehler 10: Sand direkt ins gefüllte Becken schütten → Aufprall kann Scheibe brechen → Extrem trübes Wasser → Lösung: Nur in leeres Becken einfüllen, dann vorsichtig Wasser einlaufen lassen
